Presse

Gastfamilien werden gesucht

Wertheim. Der Aktionskreis "Kinderhilfe Tschernobyl" hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, auch in diesem Jahr - bereits zum 15. Mal - alles zu tun, um Kindern aus dem strahlengeschädigten Gebiet um die weißrussische Stadt Gomel einen Ferienaufenthalt zu ermöglichen. Die Mädchen und Jungen sollen sich in Wertheim, Miltenberg und Umgebung erholen.Wie es dazu in der Pressemitteilung der Verantwortlichen heißt, sei die Organisation der Erholungsmaßnahme jedes Jahr aufs Neue eine besondere Herausforderung. "Die ganze Aktion steht und fällt mit den Gastfamilien", wird betont. Das Hauptanliegen sei deshalb immer wieder, genügend Gastgeber zu finden, die bereit sind, ein oder zwei Kinder für drei Wochen bei sich aufzunehmen.Vorgesehen ist, dass die Mädchen und Jungen vom 17. Juli bis 7. August bei den Gastfamilien wohnen. Diesen entstehen außer der Verpflegung der Kinder keine weiteren Kosten, wie die Organisatoren erklären. Die Kinder sind während ihres Aufenthaltes kranken- und haftpflichtversichert. Während des Aufenthaltes in den Gastfamilien werden wieder verschiedene Veranstaltungen geplant, um die Familien ein wenig zu entlasten und den Mädchen und Jungen die Gelegenheit des Austausches zu bieten.Ein weiteres Problem sind nach Aussage des Aktionskreises die stark gestiegenen Kosten für die Fahrt der Kinder. Da die ganze Maßnahme nur über Spenden und Zuschüsse finanziert wird, würde sich die Kinderhilfe auch über eine finanzielle Unterstützung freuen.Spenden können bei der Sparkasse Tauberfranken (Bankleitzahl 673 525 65) auf das Konto 2 022 523 unter Angabe des Verwendungszweckes "Kinderhilfe Tschernobyl" eingezahlt werden.Wer Kinder bei sich aufnehmen möchte oder an weiteren Informationen interessiert ist, kann sich bei Renate Klüpfel in Lindelbach, Telefon 0 93 42 / 66 70, oder bei Familie Oswald in Miltenberg, Telefon 0 93 71 /8 05 54 melden. Weitere Auskunft zu der Aktion gibt es im Internet unter www.Kinderhilfe-Wertheim.de.

Fränkische Nachrichten
10. März 2009

 

Die Wertheimer Zeitung und die Fränkischen Nachrichten berichten regelmäßig über unsere Aktvitäten:

11.08.2008 Kinder sind in Gomel wohl behalten wieder angekommen - Fränkische Nachrichten
11.08.2008 Weißrussische Kinder zu Hause angekommen - Wertheimer Zeitung
09.08.2008 Gomel-Kinder traten gestern die Heimreise an - Fränkische Nachrichten
04.08.2008 Gäste aus Gomel genossen Bootsfahrt - Fränkische Nachrichten
04.08.2008 Kinder aus Gomel erleben rasante Fahrt auf dem Main - Wertheimer Zeitung
17.07.2008 48 Gomel-Kinder sind angekommen - Wertheimer Zeitung
01.07.2008 Gastfamilie dringend gesucht - Wertheimer Zeitung
13.02.2008 »Kinderhilfe Tschernobyl« sucht Gastfamilien - Wertheimer Zeitung


2004 feierten wir unser 10 jähriges Jubiläum:

Gomel-Kinder sagen "Bolschoj spassiba!"
Wertheimer "Aktionskreis Kinderhilfe Tschernobyl" blickte auf nun zehnjähriges Wirken zurück
Bestenheid. Zu einer "Jubiläumsveranstaltung" hatte der "Aktionskreis Kinderhilfe Tschernobyl" anlässlich seines zehnjährigen Wirkens am Donnerstagabend in die Aula der Realschule Bestenheid eingeladen. Wie der Sprecher des Aktionskreises, Udo Klüpfel, in seiner Begrüßung ankündigte, sollte der Abend informativ, kurzweilig, besinnlich und unterhaltsam werden. Klüpfel hatte nicht zuviel versprochen, denn mit Liedern und Tänzen, Danksagungen und Ehrungen, aber auch mit Zauberkunststücken und Fotopräsentationen gelang es, den Abend für alle Teilnehmer und Mitwirkende zu einem besonderen Erlebnis werden zu lassen.Die biblische Geschichte vom barmherzigen Samariter nahm Klüpfel zum Anlass, seinen Dank an alle auszusprechen, die seit zehn Jahren immer wieder zum Gelingen der Initiative "Kinderhilfe Tschernobyl" beitrugen. Dekan Hayo Büsing ermunterte dazu, nicht beim Klagen stehenzubleiben, sondern - wie dies ja gelungen sei - ein Licht in der Finsternis anzuzünden. Der 30. Todestag von Erich Kästner erinnere an dessen Motto "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es". Global denken und lokal handeln sei ein Leitspruch der Diakonie, mit dem man getrost in die Zukunft gehen könne. Allen Gasteltern, Unterstützern und Mitarbeitern des Aktionskreises wünschte er viel Kraft für ihre Aufgabe und "Gottes reichen Segen".Marlies Lind, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes, das vor zehn Jahren "Geburtshelfer" des Aktionskreises war, betonte die wichtige integrative Wirkung der "segensreichen Maßnahme", die nicht nur konfessionsübergreifend und grenzüberschreitend sei, sondern auch innerhalb der Helferteams ein bedeutender Ausdruck christlicher Nächstenliebe. Ermutigende Erfahrungen werden mittlerweile bereits an die nächste Generation weitergegeben, denn einige der ersten "Gomel-Kinder" hätten nun schon selbst Kinder.Oberbürgermeister Stefan Mikulicz versicherte, dass die Stadt Wertheim die Arbeit des Aktionskreises auch weiter nach Kräften unterstützen werde und lobte die Solidarität, Humanität, uneigennützige Hilfe und Fürsorge der vielen Helferinnen und Helfer aus Wertheim und Umgebung.Stellvertretend für die einzelnen Gruppen der Unterstützer nannte Udo Klüpfel die Familien Lotz aus Sachsenhausen und Eckert aus Steinbach (Gastfamilien), Erni Moldan (FC Dörlesberg), Anni Hodapp (Odenwaldklub, Freizeitangebote), Oberbürgermeister Stefan Mikulicz als Vertreter der Sponsoren, Erika Matweenko (Mitarbeiterin in Gomel), Waltraud Dinziol (Aktionskreis Tschernobyl) und Marlies Lind (Diakonisches Werk).Mit einem kurzen, aktuellen Bericht zur Situation in der weißrussischen Stadt Gomel achtzehn Jahre nach der Reaktorkatastrophe vom 26. April 1986 sorgte Erika Matweenko für Betroffenheit und nachdenkliche Stimmung. Erst jetzt würden die Spätfolgen des Unglücks immer deutlicher sichtbar. Nur jedes dritte Kind komme derzeit gesund zur Welt und erst nach sieben bis zehn Generationen, also in 200 Jahren, sei mit einer allmählichen Normalisierung zu rechnen. Die andauernde Rezession zwinge die ohnehin belastete Bevölkerung, radioaktiv verseuchte Lebensmittel zu konsumieren. Teure Medikamente müsse man zum Krankenhausaufenthalt mitbringen und eine Schulbildung zu finanzieren sei nur reichen Eltern möglich.Jedoch gebe es, so Matweenko, durch solche Initiativen wie die "Kinderhilfe Tschernobyl" auch Hoffnung und wichtige moralische Unterstützung, die sich auch in einem besseren Erscheinungsbild der weißrussischen Städte, der Häuser und Straßen, bereits zeige. "Es fehlen nur noch die deutschen Gartenzwerge", meinte sie schmunzelnd, denn die Kultur komme aus dem Westen. Den Gastfamilien und deren Herzlichkeit gegenüber den Kindern dankte sie ganz besonders. Ihren Worten folgte inhaltlich nahtlos der Dankesbrief der weißrussischen Eltern, den Galina Ries verlas. "Güte ändert die Welt" schrieben die Eltern, und wünschten "Gesundheit und langes Leben für alle, die Ihnen nahestehen!"Die 28 Kinder aus Gomel, die noch bis zum 6. August bei ihren deutschen Gastfamilien wohnen, lockerten das Programm mit Liedern und Tänzen auf. Ein Potpourri russischer Lieder überraschte mit einer deutschen Strophe: "Immer scheine die Sonne" und das Lied vom Frieden ("Druschba") beschloss später die Programmfolge.Die sechsjährige "kleine Erika", Enkelin der Organisatorin Erika Matweenko, faszinierte mit dem keck vorgetragenen "Mama-Papa"-Lied in russischer Sprache und dem deutschen "In einem kleinen Apfel". Als Zauberer und Entfesselungskünstler öffnete Michael Pfenning aus Bischbrunn, genannt "Michelangelo", seine Trickkiste, wobei Hayo Büsing und Udo Klüpfel aufmerksam assistierten.Kurzweilig und informativ war eine computergesteuerte Fotopräsentation, die Szenen aus den Begegnungen der vergangenen zehn Jahre zeigte. 117 Gastfamilien hätten in dieser Zeit 140 Kinder beherbergt. 200 Freizeitaktivitäten seien veranstaltet worden und über 200 Presseartikel erschienen. Die in die Präsentation gekonnt eingebauten Überschriften vieler Zeitungsberichte dienten denn auch als plakative Überschrift der gezeigten Bilder.Kurz und prägnant wie alle Grußworte und Danksagungen war die abschließende Einladung Udo Klüpfels zum Stehempfang bei Sekt und Canapees, den der ungarische Pianist Josef Banyai am Flügel mit schwungvoller Kaffeehausmusik untermalte. Klüpfels Schlusswort bedurfte nach dem gelungenen Abend des Lobes und des Dankes eigentlich keiner Übersetzung mehr: "Bolschoj spassiba!" ("Vielen Dank"). rl

© Fränkische Nachrichten - 31.07.2004